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Das Energielexikon: Energiehandel von A bis Z

Name Beschreibung
Absicherung (Hedging) Beseitigung des Risikos eines Grundgeschäftes durch Eingehen einer Gegenposition. Hierfür wird eine geeignete Hedgingstrategie gewählt.
Additional Margin Erforderliche Nachschusszahlung bei jedem über die EEX abgewickelten Future-Geschäft. Sie muss beim Clearing Partner hinterlegt werden, der sie wiederum bei der ECC hinterlegt. Die Hinterlegung soll die Kosten für die Glattstellung aller offenen Positionen unter Annahme der ungünstigsten Preisentwicklungen am nächsten Börsentag decken. Ist die Preisentwicklung so schlecht, dass der Wert der offenen Positionen untern die Initial Margin sinkt, muss der Anleger eine Nachschusszahlung, also eine Additional Margin, tätigen.
Amerikanische Option (American Style Option) Das Optionsrecht kann, im Gegensatz zum Optionsrecht bei der Europäischen Option, während der gesamten Handelszeit ausgeübt werden.
API#2 Index Kohlenotierung auf monatlicher Basis für den ARA-Raum für Steinkohle mit einem Brennwert von 6.000 kcal/kg. Die Handelsnotierung wird mit CIF (also inklusive Cost, Insurance und Freight) und NAR (net as received) angegeben. Der finanzielle Settlement Price errechnet sich aus den Kohle-Spotnotierungen einschlägiger Publikationen.
ARA – Raum Wichtigster europäischer Umschlagsplatz für Öl und Kohle, der durch das Dreieck Amsterdam – Rotterdam – Antwerpen bestimmt wird.
Arbitrage Mit Arbitrage wird das Ausnutzen von Preisunterschieden für ein und dasselbe Gut an verschiedenen Handelsplätzen zum gleichen Zeitpunkt bezeichnet mit der Absicht risikominimiert einen Gewinn zu erzielen.
Ask (Briefkurs/ Offer) Preis, zu dem ein Verkäufer bereit ist, Wertpapiere oder Waren zu verkaufen
Auktionshandel/ geschlossene Auktion Handelsform an der Börse, bei der zunächst alle Kauf- und Verkaufsorders gesammelt werden, um daraus nach Handelsschluss den MCP (Market Clearing Price) zu berechnen. Der MCP gilt dann für alle Auktionsteilnehmer, die den Zuschlag erhalten haben. Man spricht von geschlossener Auktion, weil nur Börsenteilnehmer als Händler zugelassen sind.
Ausgleichsenergie (Balancing Energy) Bei Abweichungen eines vereinbarten Fahrplans und dem tatsächlichen Bezug innerhalb eines Bilanzkreises, gleicht Ausgleichsenergie diese aus. Im Strommarkt ist der Übertragungsnetzbetreiber für die Beschaffung dieser verantwortlich. Er stellt diese bei Short Positionen dem Bilanzkreisverantwortlichen in Rechnung bzw. schreibt sie bei Long Positionen gut. Im Gasmarkt übernimmt diese Funktion der Marktgebietsverantwortliche.
At-the-money Eine Option, bei dem der Marktpreis des Basiswertes dem Ausübungspreis entspricht.
Baisse Phase anhaltender Kursrückgänge. Dieser Abwärtstrend wird auch Bear Market genannt.
Barausgleich Deutscher Begriff für Cash Settlement. Bei vielen Termingeschäften ist die physische Lieferung des Basiswertes (z.B. Strom) nicht vorgesehen, sondern es erfolgt ein rein finanzieller Ausgleich.
Base (Base-Load) Stromlieferung innerhalb eines standardisierten Lieferzeitraumes (Monat, Quartal, Jahr) über 24 Stunden eines jeden Tages bei konstanten Leistungen. Es wird stündlich dieselbe Menge Elektrizität oder Gas geliefert.
Basisrisiko Risiko einer negativen Abweichung zwischen dem Wert eines Forwards bzw. Futures und dem Wert des Gutes, in dem man die abzusichernde physische Position besitzt. Bezogen auf den Ort, das Produkt und Fälligkeit des Kontraktes können verschiedene Formen von Basisrisiken unterschieden werden.
Basiswert/ Underlying Güter wie Strom, Gas oder Wertpapiere, die in einem Kontrakt oder einer Option Vertragsgegenstand sind.
Bilanzkreis Ein Bilanzkreis ist ein virtuelles Energiemengenkonto und soll Handelsgeschäfte und physische Stromflüsse aufeinander abbilden. Innerhalb eines Bilanzkreises soll die eingespeiste Energiemenge auch der verbrauchten Energiemenge entsprechen, so dass Netz stabil gehalten wird. Dafür überprüfen die Netzbetreiber die Konsistenz der eingereichten Fahrpläne und die Übereinstimmung dieser mit den tatsächlichen Energieflüssen. Die Fahrplanabweichungen werden mittels der Ausgleichsenergie gedeckt. Es gibt spezielle Börsenbilanzkreise, die für die Abwicklung von Börsengeschäften verwendet werden.
Bilanzkreisverantwortlicher Energiehändler, der auf der Basis eines Bilanzkreisvertrags mit dem Übertragungsnetzbetreiber die Bewirtschaftung des Bilanzkreises übernimmt. Er trägt die wirtschaftliche Verantwortung für Abweichungen seines Bilanzkreises.
Broker Der Broker vermittelt zwischen verschiedenen Vertragsparteien und ist keine Vertragspartei. Er ist aber am Zustandekommen der Transaktion interessiert, da er dafür eine mengenabhängige Maklerprovision (Brokerage fee) erhält. An der EEX zugelassene Broker bieten Dritten so einen Zugang zur Börse an. Auf dem OTC- Markt agieren Broker als Handelsvermittler.
Call-Option Eine Kaufoption, die den Käufer berechtigt, jedoch nicht verpflichtet, eine bestimmte Anzahl des Basiswertes zum Ausübungspreis zu kaufen.
Call-Spread Kauf eines Calls mit niedrigem Ausübungspreis und gleichzeitiger Verkauf eines Calls mit höherem Ausübungspreis und demselben Verfallsdatum zur Teilfinanzierung.
CER (Certified Emission Reductions) Emissionsreduktionsgutschriften. Die Zertifikate stammen aus Emissionsminderungsprojekten, genauer aus Klimaschutzprojekten, die den Anforderungen des Kyoto-Protokolls entsprechen. Mit dem Kauf von CER beteiligt sich das Unternehmen an sogenannten CDM-Projekten (Clean Development Mechanism) in Entwicklungsländern.
Clearing Saldierung von Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Partnern, wobei die Saldobeträge den Teilnehmern gutgeschrieben bzw. berechnet werden. Gegenstand des Clearings sind sowohl Geschäfte des börslichen Handels als auch Termingeschäfte auf OTC-Märkten. Beim Börsenhandel umfasst das Clearing neben der Abwicklung auch die Absicherung des Kontrahentenrisikos der abgeschlossenen Geschäfte.
Clearing-House Die Clearing-Stelle. Die ECC (European Commodity Clearing) ist das Clearing-House der EEX.,
Clearing-Mitglied Nur Banken können Clearing-Mitglied werden.
Confirmation Die Bestätigung eines Börsenhandelsgeschäftes. Die bei den verschiedenen Handelspartnern vorliegenden Details zu dem Geschäft müssen abgeglichen und gegenseitig bestätigt werden. Nach EMIR müssen die Geschäfte innerhalb von 2 Tagen geprüft und bestätigt werden.
Day-Ahead-Markt Auf dem Day-Ahead-Markt werden am Handelstag Geschäfte für den Folgetag getätigt. Derartige Geschäfte werden dem Spotmarkt zugerechnet. Day-Ahead-Handel findet an der Börse und auf dem OTC-Markt statt.
Derivat Finanzinstrument, das sich aus einem Handelsvertrag ableitet. Zum Erfüllungszeitpunkt findet keine physische Lieferung, sondern ein finanzieller Ausgleich zum Settlementpreis des zugrundeliegenden Basiswertes statt. Im Energiemarkt spielen u.a. Optionen, Futures und Swaps eine wichtige Rolle und können sowohl am OTC-Markt als auch an Terminbörsen gehandelt werden.
DPFC (Daily Price Forward Curve) Die DPFC gibt die aktuell zu erwarteten Preise zukünftiger Energiebezüge oder –lieferungen in täglicher Auflösung wieder.
ECC (European Commodities Clearing AG) Die ECC ist das Clearign House für die EEX, CEGH, EPEX, HUPX und Power Exchange Central Europe. Die ECC tritt als zentraler Vertragspartner (zentraler Kontrahent) auf und übernimmt somit das Kontrahentenrisiko. Börsenteilnehmer müssen deshalb Sicherheiten für die getätigten Börsengeschäfte bei einem Clearing-Mitglied ihrer Wahl hinterlegen, welches wiederum diese Sicherheiten bei ECC hinterlegt. So soll die Erfüllung aller Geschäfte sichergestellt werden.
EEX (European Energy Exchange) Europäische Energiebörse mit Sitz in Leipzig. Sie entstand im Jahr 2002 durch die Fusion der European Power Exchange und der Leipzig Power Exchange.
EFET (European Federation of Energy Trading) Ein Verband europäischer Energiehändler mit Sitz in Amsterdam, der 1999 gegründet wurde. Ziele der Vereinigung der Energiehändler sind die Förderung des Energiehandels in Europa, die Entwicklung von Standards im Energiehandelsbereich sowie der Erfahrungs- und Informationsaustausch mit der Energiewirtschaft und staatlichen Institutionen.
EFET-Händlerrahmenvertrag Standardrahmenvertrag von EFET für Strom- und Gashandel. In ihm werden generelle, wesentliche Rechte und Pflichten der Vertragsparteien geregelt. Preis und Menge der konkreten Geschäfte werden erst beim einzelnen Handelsgeschäft festgesetzt und in der Confirmation dokumentiert.
EPEX (European Power Exchange) Gemeinsame Spotmarktgesellschaft der EEX und der Powernext, die den Markplatz für dem börslichen Spothandel stellt. Sie wurde 2008 gegründet und hat ihren Sitz in Paris.
EIC (Energy Identification Code) Dient zur eindeutigen Bezeichnung der Bilanzkreise in der jeweiligen Regelzone.
ERU (Emission Reduction Units) Emissionsreduktionsgutschriften. Die Zertifikate stammen aus Emissionsminderungsprojekten, genauer aus Klimaschutzprojekten, die den Anforderungen des Kyoto-Protokolls entsprechen. Mit dem Kauf von ERU beteiligt sich das Unternehmen an JI-Projekten (Joint Implementation), die in anderen Industriestaaten oder Transformationsländern, wie etwa den osteuropäischen Staaten, durchgeführt werden
EUA (European Union Allowances) Emissionsberechtigungen – Sie räumt dem Inhaber der Zertifikate das Recht ein, eine gewisse Menge CO2 auszustoßen.
Europäische Option Eine Option die nur am letzten Handelstag ausgeübt werden kann.
Fahrplan Instrument zur Abwicklung des Energieaustausches leitungsgebundener Energieträger. Ein Fahrplan gibt bei Strom viertelstündlich und bei Gas stundenbezogen innerhalb des Planungszeitraums an, wie viel Leistung zwischen Bilanzkreisen ausgetauscht bzw. am Einspeise/ Entnahmeknoten eingespeist oder entnommen wird. Siehe auch Lastprofil.
Forward Individuell ausgestaltetes, nicht börsengehandeltes Termingeschäft, bei dem die Geschäftspartner den Preis, Liefermenge sowie Fälligkeitszeitpunkt und Lieferzeitraum miteinander vereinbaren. Außerdem werden Sicherheiten individuell vereinbart, da der Geschäftspartner das Kontrahentenrisiko tragen muss.
Forward Curve Preiskurve, die anzeigt, zu welchen Preisen aktuell Forward- bzw. Futuresgeschäfte abgeschlossen werden können. Siehe auch Price Forward Curve
Future Standardisiertes, in der Regel börsengehandeltes Termingeschäft, das verpflichtet eine festgelegte Strommenge zu einem festgelegten Preis in einer zukünftigen Lieferperiode abzunehmen oder zu liefern. Zwischen Händler und Börsen findet meistens ein Cash Settlement in Höhe der Differenz zum Preis des Basiswertes statt.
Geschlossene Position/ Glattstellung Um eine offene Position zu schließen, muss bei einer Long-Position ein entsprechendes Verkaufgeschäft und bei einer Short-Position ein entsprechendes Kaufgeschäft abgeschlossen werden. Geschlossene Positionen unterliegen keinem Preisrisiko mehr, aber noch dem Kontrahenten- bzw. dem Kreditrisiko.
Hausse Phase anhaltender starker Kursanstiege. Dieser Aufwärtstrend wird auch Bull Market genannt.
Hedging Strategie Ziel einer Hedging-Strategie ist das Abschließen von Geschäften, um sich gegen das Risiko ungünstiger Marktentwicklungen (z.B. Preis, Temperatur) abzusichern. Man unterscheidet zwei Grundarten der Hedging Strategie:

1. Schutz vor Preissteigerungen:
• Long-Futures (Long-Forward)
• Long-Swap
• Long-Call
• Long-Cap
• Long-Collar

2. Hedging-Strategien zum Schutz vor Preisverfall:
• Short-Futures (Short-Forward)
• Short-Swap
• Long-Put
• Long-Floor
• Short-Collar
HPFC (Hourly Price Forward Curve) Die HPFC ist eine Erweiterung der Forward Curve und gibt die aktuell erwarteten Preise zukünftiger Energiebezüge oder -lieferungen in stündlicher Auflösung wieder.
Hub Hub bezeichnet den Handelsplatz für den Erdgas-Großhandel. Man unterscheidet zwischen physischen und virtuellen Hubs. Physische Hubs sind Orte, an denen technische Einrichtungen ermöglichen, Gasmengen von einer Gasleitung in eine andere zu transferieren. Der virtuelle Hub ist ein Pipeline-System mit mehreren Ein- und Ausspeisepunkten. Die wichtigsten europäischen Gashandelsplätze NBP, TTF und NCG sind virtuelle Hubs bzw. virtuelle Punkte.
Initial Margin Instrument zur Sicherung von Intra-Day-Risiken. Es ist eine Sicherheitsleistung, die bei der Eröffnung von Futures gegenüber der Clearingstelle als Einschuss zu entrichten ist. Die Höhe der von jedem Börsenteilnehmer zu leistenden Initial Margin wird von der ECC zu Beginn eines jeden Monats entsprechend dem sich ändernden Handelsverhalten neu festgelegt.
In-the-money Marktpreiskonstellation, bei der es sich lohnt, eine Option auszuüben. Eine Call-Option ist In-the-Money, wenn der Marktpreis eines Basiswertes über dem Ausübungspreis (Strike) liegt. Eine Put-Option ist In-the-Money, wenn der Marktpreis des Basiswertes unter dem Ausübungspreis liegt. Die jeweils gegensätzlichen Konstellationen heißen Out-of-the-money.
Intra-day Trading Vertragsabschluss und Lieferung eines Handelsguts erfolgen innerhalb des gleichen Tages.
Kaskadierung Am letzten Handelstag werden längerfristige Futurekontrakte durch Futurekontrakte mit kürzerer Lieferperiode ersetzt. So wird beispielsweise ein Jahr durch die Monate Januar, Februar, März und drei Quartale ersetzt.
Kontrakt Ein Kontrakt ist eine schriftliche Vereinbarung, in der die Rechten und Pflichten beider Vertragsparteien definiert sind. Oftmals nutzt man dabei standardisierte Merkmale. Im Rahmen von Festgeschäften und Optionen stellt ein Kontrakt die kleinste handelbare Einheit an der Börse dar.
Kontraktvolumen Es ist Produkt aus der Lieferrate und der Anzahl der Stunden der Lieferperiode.
Bsp: Kontraktvolumen eines Baseload-Month-Futures: 1MW x 24h x 30 = 720 MWh
Kontraktwert Wird in US-Dollar oder Euro angegeben. Er ergibt sich aus dem Produkt aus Marktpreis und Kontraktvolumen.
Lastprofil Zeitreihe, die bei Strom viertelstündlich und bei Gas stundenbezogen innerhalb des Planungszeitraums den Leistungswert angibt, der zwischen Bilanzkreisen ausgetauscht bzw. am Einspeise/ Entnahmeknoten eingespeist oder entnommen wird. Siehe auch Fahrplan.
Long/ Long Position Beim Eingehen eine Long Position hofft der Marktteilnehmer auf steigende Preise. Die Position kann glattgestellt werden, in dem die entsprechenden Kontrakte verkauft werden. Gegenteil: Short Position.
Long Hedge Long Hedge ist eine Hedging-Strategie im Terminmarkt. Der Händler besitzt eine physische Short Position. Diese wird durch ein Future oder Forward abgesichert, um das Risiko steigender Preise zu vermeiden. Auf der anderen Seite verzichtet man so aber auf die Chance zukünftiger Preissenkungen.
Margin/ Margin Call Sicherheitsleistung in Form von Bargeld oder Wertpapieren, die von Käufern bzw. Verkäufern an Börsen bei Termingeschäften hinterlegt werden muss. Sie dient der Risikoabsicherung. Bei schnellen Märkten kann es vorkommen, dass diese Sicherheiten nicht mehr ausreichend sind. Dann müssen kurzfristig zusätzliche Sicherheiten hinterlegt werden.
Margin Account Hinterlegungskonto, auf dem das Margin eingezahlt und gehalten wird. Die hinterlegten Sicherheiten dienen der Absicherung der getätigten Börsengeschäfte.
Market Maker Handelsteilnehmer, der sich dazu verpflichtet, jederzeit für ein oder mehrere bestimmte Handelsgüter einen Geld- und einen Briefkurs für bestimmte Mindestmengen verbindlich zu stellen. Sie sorgen so für ausreichende Liquidität im Markt.
Marktgebiet Erdgas-Transportnetze, die das Versorgungsgebiet eines oder mehrerer Fernleitungsnetzbetreiber umfasst. Innerhalb eines Marktgebietes kann das Gas an einen beliebigen Ausspeisepunkt geliefert oder beliebig eingespeist werden. Über einen virtuellen Handelspunkt kann das Gas gehandelt werden. Die Markgebiete in Deutschaland sind Gaspool und NetConnect Germany.
Mark-to-Market Bewertungsverfahren, bei dem die offenen Positionen zu aktuellen Marktpreisen bewertet werden. Dazu wird der Wert der Positionen mit dem von der Börse berechneten Settlement Preis berechnet. Die Wertveränderung der Positionen gegenüber dem letzten Börsentag wird dem Börsenteilnehmer in bar gutgeschrieben oder belastet.
MCP (Market Clearing Price) Preis, bei dem sich beim Auktionshandel an einer Börse Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht befinden. Dieser Preis wird kurz auch als Marktpreis bezeichnet.
NBP (National Balancing Point) Virtueller Handelspunkt für Erdgas in Großbritannien, an dem mehr als 60 Unternehmen tätig sind. Er ist der liquideste Handelsmarkt für Erdgas in Europa.
NCG (Net Connect Germany) Marktgebiet bzw. virtueller Handelspunkt, derzeit bestehend aus den Erdgas-Fernleitungen der E.ON Gastransport GmbH (ehemals Marktgebiet EGT) und der Bayernets GmbH.
Offene Position Position, die durch Kauf bzw. Verkauf eingegangen wurde und noch nicht durch eine entsprechende Gegenposition ausgeglichen wurde. Sowohl Long Positionen als auch Short Positionen sind offene Positionen. Gegenteil: geschlossene Position.
Off-Peak Niedriglaststunden im Stromnetz, die vor und nach den Spitzenlast- bzw. Peak-Stunden liegen. Zeitlich betrachtet liegen diese Stunden von Montag bis Freitag zwischen 0 und 8 Uhr und zwischen 20 und 24 Uhr sowie samstags und sonntags von 0 bis 24 Uhr.
Option Mit einer Option erwirbt ein Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht, ein Vertragsangebot zeitlich befristet anzunehmen. Während der Kontrakt-Laufzeit bzw. am Ende derselben kann zum Ausübungsdatum eine bestimmte Menge zu einem im Voraus festgelegten Preis gekauft (Call-Option) oder verkauft (Put-Option) werden. Wird die Option bis zum letzten Handelstag nicht genutzt, verfällt sie wertlos. Optionen werden an der Terminbörse gehandelt.
Optionsprämie Die Optionsprämie ist der Preis, die der Käufer einer Option dem Verkäufer für die Ausübung eines Optionsrechts zu zahlen hat. Der Wert entspricht der Summe aus innerem Wert und Zeitwert. Die Optionsprämie ist immer zu zahlen, also auch dann, wenn vom Optionsrecht kein Gebrauch gemacht wird.
OTC-Markt (Over-the-Counter-Markt) Bilateraler Handel, der nicht an der Börse stattfindet. Die dort gehandelten Kontrakte können individuell angepasst werden und sind deshalb nicht so standardisiert wir an der Börse. Over-the-Counter Geschäfte können zu jeder Tageszeit sowie national oder international getätigt werden. Die Geschäfte werden oftmals durch Broker vermittelt. Im OTC-Markt existieren ein Spot- und ein Terminmarkt.
Out-of-the-Money (Aus dem Geld) Marktpreiskonstellation, bei der es sich die Ausübung der Option nicht lohnen würde. Liegt der gegenwärtige Marktpreis eines Basiswertes unter dem Ausübungspreis (bei einer Call-Option) bzw. über dem Ausübungspreis (bei einer Put-Option) würde bei Ausübung der Option ein Verlust gegenüber einer direkten Transaktion am Kassamarkt realisiert werden.
Profit at Risk (PaR) Der Profit at Risk bewertet die laufenden Risikopositionen auf Basis von diskontierten Cash-Flows. Dafür werden Marktpreise über einen bestimmten Betrachtungszeitraum simuliert und damit der Wert des Portfolios berechnet. Mit dem Profit-at-Risk- Verfahren können so auch langfristige Energielieferverträge bewertet werden, die nicht am Markt gehandelt werden.
Peak/ Peakload Stunden mit hoher Stromnachfrage (Spitzenlast). Zeitlich liegen diese Stunden in Deutschland zwischen 8 und 20 Uhr von montags bis freitags.
Phelix (Physical Electricity Index) Strompreisindex der EEX für den Day-ahead-Markt. Die EEX unterscheidet dabei Phelix Base und Phelix Peak. Der Phelix Base ist der stundengewichtete Durchschnittspreis der Stunden 1 bis 24. Der Phelix Base wird für jeden Kalendertag des Jahres ermittelt. Der Phelix Peak gibt den stundengewichteten Durchschnittspreis der Stunden 9 bis 20 wieder. Der Phelix Peak wird für die Tage Montag bis Freitag ermittelt. Aus dem Phelix Peak und dem Phelix Base wird jeweils der Phelix Monat berechnet.
Portfolio Als Portfolio wird der Gesamtbestand an Verträgen eines Marktteilnehmers bezeichnet.
Portfoliomanagement Beim Portfoliomanagement versteht man die Zusammenstellung und Verwaltung eines Portfolios. Dabei versucht das Portfoliomanagement den Bezug über verschiedene Teilmengen und Bezugsquellen mit unterschiedlichen Konditionen, Preisen und Fristen zu optimieren. Neben Handelsgeschäften können auch Erzeugungsanlagen oder Optionen Teil des Portfolios sein.
Powernext Französische Strombörse mit Sitz in Paris
Put Option Spricht dem Käufer der Option das Recht zu innerhalb eines bestimmten Zeitraums oder zu einem bestimmten Zeitpunkt eine festgelegte Menge eines bestimmten Basiswertes zu einem vereinbarten Preis zu verkaufen. Dem Verkäufer der Put-Option gewährt der Käufer eine Prämie (Optionsprämie), da der Verkäufer bis zum Ablauf des Zeitraums zur Ausübung, jederzeit den Basiswert abnehmen können muss. Der Käufer einer Put-Option rechnet mit fallenden Kursen, der Verkäufer einer Put-Option mit gleichbleibenden oder steigenden Kursen. Das Risiko für den Käufer der Put-Option ist auf die Höhe der Optionsprämie beschränkt.
Regelenergie Strom Regelenergie, auch Regelleistung, gleicht als Reserve Schwankungen im Stromnetz aus. Für jede Regelzone ist dafür der Übertragungsnetzbetreiber zuständig. Durch den Einsatz von Regelenergie stellt der ÜNB eine ausgeglichene Leistungsbilanz und eine stabile Frequenz im Stromnetz seiner Regelzone sicher. Er beschafft Leistungsreserven und aktiviert diese, wenn die Summe der tatsächlichen Leistungen von der Summe der angemeldeten Fahrpläne abweicht.
Regelzone Geographisch zusammenhängender Teil des Hoch- bzw. Höchstspannungsnetzes, für dessen Stabilität der jeweilige Übertragungsnetzbetreiber zuständig ist. Stromproduzenten und kommerzielle Stromabnehmer können innerhalb einer Regelzone Bilanzkreise bilden. Deutschland ist in vier Regelzonen unterteilt, die von Amprion GmbH, Tennet TSO GmbH, TransnetBW GmbH und 50 Hertz Transmission GmbH verwaltet werden.
Settlement Price Settlement Price gibt den Preis von Börsenkontrakten wieder und wird handelstäglich von der Börse veröffentlicht. Er ist der Durchschnittspreis der Handelstransaktionen, die in einer definierten Schlussperiode des Handelstags stattfanden. Der Settlement Price dient als Grundlage für die Mark-to-Market Bewertung und zur Berechnung der Margin Accounts.
Short / Short Position Bei einer Short-Position wurde das benötigte Handelsgut noch nicht beschafft. Durch den Kauf einer entsprechenden Position kann diese glattgestellt werden. Ein Markteilnehmer mit einer Short-Position profitiert somit von sinkenden Preisen.
Short Hedge Short Hedge ist eine Hedging-Strategie im Terminmarkt. Der Händler besitzt eine physische Long Position. Diese wird durch ein Future oder Forward abgesichert, um das Risiko sinkender Preise zu vermeiden. Auf der anderen Seite verzichtet man so aber auf die Chance zukünftiger Preissteigerungen.
Spotmarkt (Spotbörse, Kassamarkt) Großhandelsmarkt, an dem Geschäfte (außerbörslich oder börslich) für kurzfristig lieferbare Strommengen abgeschlossen werden. Die kurzfristig lieferbaren Strommengen werden entweder einen Tag vor physischer Lieferung (Day-Ahead) oder am Tag der physischen Lieferung (Intraday) gehandelt.
Spread Bezeichnet allgemein die Differenz zwischen zwei Kursen. Spreads können wie folgt kategorisiert werden:

1. bid-ask-spread: Differenz zwischen dem höchsten angebotenen Käuferpreis und dem niedrigsten angebotenen Verkäuferpreis für eine Ware/Wertpapier zu einem bestimmten Zeitpunkt

2. Spread zwischen verschiedenen Handelsplätzen: Durch den gleichzeitigen Kauf und Verkauf von Kontrakten eines gleichwertiges Underlying an den verschiedenen Märkten können Händler Arbitrage-Gewinne erzielen.

3. Erzeugungsmarge: Differenz zwischen dem Strompreis und den Kosten für die Brennstoffe, die für die Elektrizitätsproduktion benötigt wurden.

Man unterscheidet:
Spark Spread: Marge bei Gaskraftwerken
Dark Spread : Marge bei Kohlekraftwerken
Clean Spread: Marge unter Berücksichtigung der Kosten für Emissionszertifikate
Strike Vereinbarter Ausübungspreis beim Kauf oder Verkauf von Optionen, Optionsscheinen oder Zertifikaten
Swap Vereinbarung zwischen zwei Vertragspartnern, Verbindlichkeiten/ Forderungen auszutauschen. Ein Swap ist ein rein finanzielles Geschäft; es erfolgt somit keine physische Lieferung. Ein Swapvertrag könnte beispielsweise die Umwandlung eines variablen Preises für einen bestimmten Zeitraum in einen Fixpreis festlegen. Anders als bei einem Termingeschäft werden beim Swap die Preisdifferenzen in regelmäßigen Abständen ausgeglichen.
Termingeschäft Handelsgeschäft, bei dem Kauf/Verkauf, Abschluss und Erfüllung zu verschiedenen Zeitpunkten, die außerhalb der üblichen Erfüllungsfristen liegen, erfolgen. Bei Vertragsabschluss muss weder der Verkäufer die gehandelten Güter besitzen noch der Käufer die liquiden Mittel. Damit sind Termingeschäfte mit einem beträchtlichen Adressausfallrisiko verbunden.
Terminmarkt Großhandelsmarkt, an dem Termingeschäfte abgeschlossen werden. Diese können an der Börse (Futures) oder außerbörslich auf dem OTC-Markt (Forwards) ausgehandelt werden. Futures dienen häufig als Preisabsicherung, Forwards dagegen eher zur physischen Erfüllung.
Trading Limit Handelsobergrenze für die Summe der offenen Positionen, bis zu denen gehandelt werden darf.
ÜNB (Übertragungsnetzbetreiber) Betreiber eines überregionalen Stromnetzes und damit verantwortlich für dessen sicheren und zuverlässigen Betrieb zuständig. In diesem Zusammenhang erbringt er Dienstleistungen wie die Instandhaltung der Netze, die Sicherung der Netzstabilität, Beschaffung von Regelenergie und Bereitstellung von Ausgleichsenergie. Die Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland sind Tennet TSO, 50Hertz Transmission, Amprion und TransnetBW.
Underlying (Basiswert) Bezugsobjekte wie Strom, Gas oder Wertpapiere, die einem Kontrakt oder einer Option zugrunde liegen.
VaR (Value at Risk) Risikomaß einer Risikoposition eines Portfolios. Unter Angabe einer gegebenen Wahrscheinlichkeit (z.B. 97%) und einer gegebenen Zeitspanne (z.B. 3 Tage) wird berechnet wie hoch der Wert eines möglichen Verlustes sein würde. Der VaR berechnet so das Verlustpotenzials eines Portfolios. Die Berechnung dieses Verlustpotenzials erfolgt auf Basis marktorientierter Preise und möglicher Preisänderungen.
Variation Margin Tägliche Einschusszahlungen der Händler an ein Clearing House. Die Gewinne oder Verluste stammen aus der Neubewertung der offenen Terminkontrakt- oder Optionspositionen.
Verteilnetz / Verteilungsnetz Elektrizitätsnetz, das für den Stromtransport von Hoch- oder Höchstspannungsnetzen auf Mittel- und Niedrigspannungsniveau bis zum Endkunden zuständig ist.
Virtueller Handelspunkt Virtueller Punkt, an dem Gas nach der Einspeisung und vor der Ausspeisung innerhalb des Marktgebietes gehandelt werden kann. Er entspricht keinem physischen Ein- oder Ausspeisepunkt und macht es so möglich Gas ohne Kapazitätsbuchungen zu kaufen bzw. zu verkaufen.
Volatilität Standardabweichung der kurzfristigen Veränderungen des betrachteten Parameters. Je höher also die Volatilität, umso stärker kann der Kurs nach oben und unten ausschlagen.
Wetterderivat Ein derivatives Finanzinstrument, denen als Underlying Wetterbedingungen (z.B. Temperatur, Regenfall) zugrunde liegen. Es werden damit witterungsbedingte Risiken abgesichert. Im Energiesektor werden sie häufig genutzt, um sich gegen Erlöseinbußen abzusichern, die aus bspw. unvorhersehbarer Wetterlage ergeben würden.